kaffee und pferde

Unsere liebe gute Espressomaschine, die nach den Angaben vieler anderer Nutzer des gleichen Produktes schon längst das Zeitliche hätte gesegnet haben müssen, machte Ärger: Sie funktionierte einfach nicht mehr bestimmungsgemäß. Mit allem anderen hätte ich ja leben können, aber dass der Kaffee dünn wurde, war einfach nicht akzeptabel. Doch wozu hat man das Internet? Also große Fragerunde gestartet. Doch hier versagte das geballte Wissen der Menschheit, außer Adressen zum Fachhandel und zu einschlägigen Reparaturbetrieben kam nichts Sinnvolles heraus. Nun wollte ich als mit den Segnungen des allgemeinbildenden polytechnischen Unterrichts ausgestatteter Absolvent des DDR-Schulwesens natürlich nicht aufstecken. Spezialwerkzeug gekauft und ab ging der Braune. Also jetzt geht er wieder, einfach lecker Kaffee.

Die Spiegel-Artikel der letzten Tage im weltweiten Netz über die Verklärungen der ostdeutschen Befindlichkeit in den Jahren von 1949 bis zur Abwicklung der kleineren der beiden germanischen Republiken führten dann dazu, dass ich mir ein Heft, das ich 1984 sowohl fotografiert als auch, durch ein paar Tage der Krankheit ans Heim gefesselt, dann noch zu Papier gebracht habe, noch einmal vornahm. Wie war sie also, die DDR? Was sich aus den Bildern vom Pferdemarkt in Havelberg, der immer noch jährlich Anfang September stattfindet, ablesen lässt, ist wohl, dass es einen regen Tauschhandel gab, dass sich die Bürger was einfallen ließen, wie sie den Mangel ausgleichen konnten, und dass Kämme in der rückwärtigen Tasche der Jeans groß in Mode waren.

Hier gibt es das ganze Heft als Download (4,1 MB). Und hier mehr Hinweise zum Markt.