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Beijing ist jetzt nicht unbedingt der Hotspot, den ich mir dringend anschauen müsste. Meine letztjährige Befürchtung, dass sich die Welt hier dramatisch auf den vom Westen vorgezeichneten Weg begibt, hat sich in weiten Teilen bestätigt. Die Hinterlassenschaften der Historie werden gepflegt, zumindest dort, wo man damit rechnen kann, dass zahlende Schaulustige vom anderen Ende der Weltenmurmel auftauchen. Gleichzeitig aber entstehen Örtlichkeiten, die mich stark an Disneyland erinnern würden, wenn ich denn schon mal da gewesen wäre: Historisierend, kulissenhaft, geleckt wirbt man um die pekuniär gut ausgestatteten konsumwilligen Bevölkerungsschichten. Auf der anderen Seite fallen Besucher der Landeshauptstadt auf, die sich nicht von einheimischen Physiognomien unterscheiden, aber trotzdem knipsen, was das opto-elektronische Material hergibt. Und da ist kein Motiv unwillkommen: Denkmäler von heroischen Arbeitern und Bauern, stürmende Revolutionäre, weite Plätze, auf denen auch schon mal Demonstranten zu Schaden gekommen sein können, heute aber lustig Fontänen sprudeln und Uniformierte unter den wachsamen Augen des Großen Vorsitzenden graue Elektroschaltkästen bewachen. Die dereinst obligatorische Maojacke ist westlich anmutenden Bekleidungsstücke gewichen. Historische Gewänder scheinen inzwischen eher passendes Kostüm für Langnasen zu sein.

Wir fliegen ins Reich der Mitte, um unsere Kenntnisse im Taiji aufzupolieren und neue hinzuzugewinnen. Los geht es in der Hauptstadt Deutschlands, von wo uns der Flieger in die Hauptstadt Chinas bringen soll, sozusagen eine Capital-to-Capital-Direct-Line. Unser Lehrer Ismet zeigt uns vorher noch Zeugnisse der abendländischen Kultur, das Bordpersonal die Handhabung der Schwimmwesten, obwohl auf unserem Weg keine größeren Gewässer zu finden sein werden. Schneebedeckte Berge wird es hingegen jede Menge geben, allerdings fehlt im Falle eines ungewollten Abstiegs dann der Grundkurs im Abfahrtslauf nebst alpintauglichem Material. Dafür gibt es eine kurze Einweisung in die zu erwartenden Gepflogenheiten der Zollformalitäten im Gastland.

Unsere liebe gute Espressomaschine, die nach den Angaben vieler anderer Nutzer des gleichen Produktes schon längst das Zeitliche hätte gesegnet haben müssen, machte Ärger: Sie funktionierte einfach nicht mehr bestimmungsgemäß. Mit allem anderen hätte ich ja leben können, aber dass der Kaffee dünn wurde, war einfach nicht akzeptabel. Doch wozu hat man das Internet? Also große Fragerunde gestartet. Doch hier versagte das geballte Wissen der Menschheit, außer Adressen zum Fachhandel und zu einschlägigen Reparaturbetrieben kam nichts Sinnvolles heraus. Nun wollte ich als mit den Segnungen des allgemeinbildenden polytechnischen Unterrichts ausgestatteter Absolvent des DDR-Schulwesens natürlich nicht aufstecken. Spezialwerkzeug gekauft und ab ging der Braune. Also jetzt geht er wieder, einfach lecker Kaffee.

Die Spiegel-Artikel der letzten Tage im weltweiten Netz über die Verklärungen der ostdeutschen Befindlichkeit in den Jahren von 1949 bis zur Abwicklung der kleineren der beiden germanischen Republiken führten dann dazu, dass ich mir ein Heft, das ich 1984 sowohl fotografiert als auch, durch ein paar Tage der Krankheit ans Heim gefesselt, dann noch zu Papier gebracht habe, noch einmal vornahm. Wie war sie also, die DDR? Was sich aus den Bildern vom Pferdemarkt in Havelberg, der immer noch jährlich Anfang September stattfindet, ablesen lässt, ist wohl, dass es einen regen Tauschhandel gab, dass sich die Bürger was einfallen ließen, wie sie den Mangel ausgleichen konnten, und dass Kämme in der rückwärtigen Tasche der Jeans groß in Mode waren.

Hier gibt es das ganze Heft als Download (4,1 MB). Und hier mehr Hinweise zum Markt.

Als ich vor ein paar Jahren in meine Kaufüberlegungen für ein neues Automobil auch die Marke MINI einbezog und ich mir zum Zwecke der Entscheidungsfindung eine Probefahrt mit einem solchen Gefährt gönnte, führte mich dieser Ausflug in den Klosterpark Altzella in der Nähe von Nossen. Damals ein beschauliches Plätzchen mit nicht nennenswertem Besucheransturm, eben ein typisches Klosteridyll, verwandelte sich selbiges letztens in ein quirliges Lustlager mit dramatisch illuminierter Flora. 1200 Schaulustige schickerten durchs Gelände, begleitet durch neckische Elfen und kecke Trolle. Alles sehr bodenständig und unterhaltsam. Damit auch derjenige, der diesen Abend versäumt hat, einen Eindruck von der Stimmung bekommt, hefte ich eine kleine Galerie meiner ganz persönlichen Sicht an.

 

 

opelwerbung_0.jpgopel_brb.jpgAufräumen bringt dem Aufräumenden manchmal Überraschendes vor die für jede Ablenkung dankbaren Augen. Ich fand heute einen "Playboy" wieder, den ich mir im Juli 1991 zugelegt habe. Der Erhaltungszustand des Blattes lässt mich daran zweifeln, ob ich dieses jemals in gebührendem Maße in Augenschein genommen habe. Es kann natürlich auch sein, dass ich diesen Werken damals noch einen solchen Wert beimaß, dass ich sie behandelte wie die Preziosen im Grünen Gewölbe. Sehr interessant war dann aber ein Blick hinter die leicht bekleidete Dame auf dem Titelblatt. Da bewarb ein Automobilhersteller mit dem Blitz im Abzeichen sich bei der werten Kundschaft mit einer sehr interessanten Aussage. Leider würde es wohl die Augen des Betrachters hier im Browser überstrapazieren, wenn er die verbalen Ergüsse zu lesen versuchte, weshalb ich diese als ladbare Datei im Portable Document Format beilege (opelwerbung). Und wer bis dato noch nicht wusste, dass Opel auch schon mal in Brandenburg an der Havel Produktionsstätten besaß, der hat jetzt wieder was dazu gelernt. Ob das abgebildete Trinkgefäß, dass die Zeitläufe in meinem Regal überdauerte, damals als Saftbecher in der Kantine Dienst tat oder aus dem Werbemittelfundus stammt, kann ich nicht sagen. Aber ein Stück Zeitgeschichte ist es allemal.

Es ist schon manchmal putzig, welche Umnutzungen ein Gebäudeensemble erfahren kann. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau des Heilstätten-Komplexes begonnen, der dem Kampf gegen die Schwindsucht gewidmet war. Ob nun die minderbemittelten Arbeiter und Tagelöhner der Industriegesellschaft ausstarben oder die Entdeckung des Tuberkel-Bazillus durch Robert Koch und die dadurch mögliche Bekämpfung der Tbc oder die strikte Trennung der Geschlechter in der Gesamtanlage den Ausschlag gaben, weiß man nicht, doch Fakt ist: Nach dem WK II wurde das Hospital nicht mehr für die Pflege der an Motten Erkrankter genutzt, wohl auch, weil die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte sich dort einnistete. Nachdem diese in Folge der Umgestaltung der deutschen Gesellschaft nach dem Herbst 1989 die Stätten ihres langjährigen Wirkens verließ, fehlt es hier offensichtlich an den pekuniären Mitteln, um das Objekt wieder einer sinnvollen Bestimmung zuzuführen. Das hat allerdings auch etwas Gutes: Von Fotografen und Filmteams wird die architektonische Morbidität gerne als Kulisse genutzt. Und da ich darüber kürzlich einen Filmbeitrag sah, wollte auch ich meinen Beitrag gegen das Vergessen dieses Schätzchens des Krankenhauswesens leisten und zeige deshalb hier ein paar Bilder aus einer schon drei Jahre zurück liegenden Arbeit im Objekt. http://www.heilstaetten.beelitz-online.de/

Meine kleine Chinaausstellung ist offiziell eröffnet. Es gab auch lecker Essen. Dank auf jeden Fall an die Fraktion der FDP im Sächsischen Landtag für die Möglichkeit, meine Bilder zu präsentieren, Thomas Görner vom Labor Service Görner für den Druck und Manto Sillack von der Galerie Sillack für das Passepartout-Schneiden. Und weil ich nun schon mal im Landtag war, habe ich auch gleich die mitgebrachte Kamera eingesetzt und ein paar Impressionen nebst Hausgeist eingefangen. Wieder eine Rateaufgabe: Auf welchem Bild ist er zu entdecken?

Hier findet man übrigens die Ausstellungsmotive und solche, für die der Platz nicht gereicht hat: http://www.kpfd.de/?page_id=285

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Konni und Marco haben sich getraut, sich trauen zu lassen. Glück auf allen Wegen den beiden und ihren Kindern! Anbei noch ein paar Impressionen vom Tag.

20090425kp0067.jpg… und wenn auch nur von unten.

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