Es ist schon manchmal putzig, welche Umnutzungen ein Gebäudeensemble erfahren kann. Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit dem Bau des Heilstätten-Komplexes begonnen, der dem Kampf gegen die Schwindsucht gewidmet war. Ob nun die minderbemittelten Arbeiter und Tagelöhner der Industriegesellschaft ausstarben oder die Entdeckung des Tuberkel-Bazillus durch Robert Koch und die dadurch mögliche Bekämpfung der Tbc oder die strikte Trennung der Geschlechter in der Gesamtanlage den Ausschlag gaben, weiß man nicht, doch Fakt ist: Nach dem WK II wurde das Hospital nicht mehr für die Pflege der an Motten Erkrankter genutzt, wohl auch, weil die Westgruppe der sowjetischen Streitkräfte sich dort einnistete. Nachdem diese in Folge der Umgestaltung der deutschen Gesellschaft nach dem Herbst 1989 die Stätten ihres langjährigen Wirkens verließ, fehlt es hier offensichtlich an den pekuniären Mitteln, um das Objekt wieder einer sinnvollen Bestimmung zuzuführen. Das hat allerdings auch etwas Gutes: Von Fotografen und Filmteams wird die architektonische Morbidität gerne als Kulisse genutzt. Und da ich darüber kürzlich einen Filmbeitrag sah, wollte auch ich meinen Beitrag gegen das Vergessen dieses Schätzchens des Krankenhauswesens leisten und zeige deshalb hier ein paar Bilder aus einer schon drei Jahre zurück liegenden Arbeit im Objekt. http://www.heilstaetten.beelitz-online.de/
Was will man mehr als während der Arbeitszeit ein Lustschloss aufsuchen zu dürfen. Blöd bloß, wenn das schöne Wetter so viele Menschen inspiriert, das Gleiche zu tun und sich auch just zu diesem Zeitpunkt nach Pillnitz zu begeben. Da geht dann schon ein wenig die Intimität verloren. So konnte ich die Zeugnisse der musischen und wissenschaftlichen Interessen des Kurfürsten August eben nur in umfangreicher Begleitung genießen. Hier bewahrheitet sich der Spruch, dass das Leben, und dazu gehört der Broterwerb ja auch, eben kein Zuckerschlecken ist. Auch im Lustschloss.
Wenn sich Kaufhauskonzerne in der Dresdner Innenstadt mächtig ausbreiten, dann geraten schon mal alte Sichtachsen in Bedrängnis oder unter neue Grundmauern. Das Objekt, das ich heute fotografieren sollte, ließ sich leider nicht mehr wie vom Auftraggeber gewollt ablichten, weil eben die Warenpräsentationsfläche immer größere Ausmaße annehmen muss. Da fragt man sich, wer das alles verkonsumieren soll. Na ja, so lange sich jemand findet, der die äußere Hülle so interessant findet, dass er sie ablichtet … Die Arbeiterklasse ficht das alles nicht an, sie marschiert beschwingt wie eh und je.
Während andere Orte maximal noch zwischen Altstadt und Neustadt unterscheiden, das Dorf meiner Kindertage, Kirchmöser, eingeteilt ist in Westen, Osten und Dorf, ist die Sache in Dresden etwas umfangreicher angelegt: Ortsteile über Ortsteile, kleine alte Ortskerne, alles versammelt und eingemeindet. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Gute Hilfe, den selbigen wieder zu finden, bietet die Seite http://www.dresdner-stadtteile.de/. Mein Auftrag lautete, ein Objekt in Kaditz zu fotografieren. Dorthin hatte ich mich bisher noch nicht verlaufen. Aber dieser kleine historische, inzwischen sehr schön sanierte Dorfkern ist auf jeden Fall einen Abstecher wert.
Meine kleine Chinaausstellung ist offiziell eröffnet. Es gab auch lecker Essen. Dank auf jeden Fall an die Fraktion der FDP im Sächsischen Landtag für die Möglichkeit, meine Bilder zu präsentieren, Thomas Görner vom Labor Service Görner für den Druck und Manto Sillack von der Galerie Sillack für das Passepartout-Schneiden. Und weil ich nun schon mal im Landtag war, habe ich auch gleich die mitgebrachte Kamera eingesetzt und ein paar Impressionen nebst Hausgeist eingefangen. Wieder eine Rateaufgabe: Auf welchem Bild ist er zu entdecken?
Hier findet man übrigens die Ausstellungsmotive und solche, für die der Platz nicht gereicht hat: http://www.kpfd.de/?page_id=285
Alles wird heutzutage schneller. Vor ein paar Jahren noch konnte man im Großen Garten zu Dresden gemütlich spazieren gehen, heute muss man flugs von einer Seite auf die andere springen, weil sich die vom Rinderwahn erfassten pedalierenden Zweiradfahrer offensicht alle in dieser Grünanlage versammelt haben. Da wird um die Ecken gebraust, was die Kette hergibt, da singt das Profil ein gar munter Liedchen, da juchzen überraschte Spaziergänger, dass es eine Lust ist. Es scheint, als ob die Jagd auf Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, freigegeben wurde. Von stiller Beschaulichkeit kann man da nicht so recht sprechen.
Der kleinteilig mit farbigen Mosaiken ausgelegte Brunnen, der von dieser Handwerksleistung seinen Namen ableitet, hat zwar in natura längst nicht mehr so ein farbenfrohes Aussehen, aber die kleinen Helferlein in meiner Rechenmaschine haben das Kolorieren ganz vortrefflich übernommen, so dass der Wasserspeier jetzt wieder in voller Pracht leuchten kann. Aber eben nur hier. Und später vielleicht noch in dem Druckerzeugnis, für das die Bilder erstellt wurden.
Konni und Marco haben sich getraut, sich trauen zu lassen. Glück auf allen Wegen den beiden und ihren Kindern! Anbei noch ein paar Impressionen vom Tag.
