fahrn fahrn fahrn mit der eisenbahn

Wo kann man so etwas schon erleben: 20 Stunden mit der Eisenbahn? Gut, auch der Bundesbahn ist das zuzutrauen, bleibt bei europäischen Verhältnissen doch wohl eher die Ausnahme. Aber hier fährt man in offenen Abteilen, immer drei Schläfer übereinander, lange Zeit durch die Gegend, die nicht wirklich aufregend ist. Abwechslung bringt da das Servicepersonal, das mal mit kulinarischen Angeboten aus der Bordkantine wie Reisschleimsuppe oder Geflügelfüßen oder 1000jährigen Eiern vorbeikommt, mal mit hochphonigem Spielzeug oder der Offerte, doch einen mobilen DVD-Player für die Kleinkinoveranstaltung zu mieten. Ist jedenfalls immer Leben in der Bude bis um 22 Uhr Ortszeit, wenn schlagartig das Licht erlischt und so dem munteren Treiben ein urplötzliches Ende bereitet wird. Nachtruhe auf Befehl. Bei Sonnenaufgang dann hastige Betriebsamkeit beim Sturm auf die zwei Waschbecken je Wagon und die Heißwasserquelle zur Bereitung des Morgentees. Nach Ankunft am Zielbahnhof spute man sich beim Aussteigen, der Zug fährt zwar nicht nach Fahrplan, aber die kurzen Aufenthaltszeiten werden unerbittlich eingehalten. Auf der Strecke kann man die gewonnene Zeit dann wieder vertrödeln. Jedenfalls ist es ein Erlebnis, vor der Fahrt auf den Wudang Shan noch rasch eine Mahlzeit mit frisch vor den Augen der Hungrigen hergestellten Nudeln zu verputzen. So gestärkt geht es dann nach oben auf den heiligen Berg.