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Was will man mehr als während der Arbeitszeit ein Lustschloss aufsuchen zu dürfen. Blöd bloß, wenn das schöne Wetter so viele Menschen inspiriert, das Gleiche zu tun und sich auch just zu diesem Zeitpunkt nach Pillnitz zu begeben. Da geht dann schon ein wenig die Intimität verloren. So konnte ich die Zeugnisse der musischen und wissenschaftlichen Interessen des Kurfürsten August eben nur in umfangreicher Begleitung genießen. Hier bewahrheitet sich der Spruch, dass das Leben, und dazu gehört der Broterwerb ja auch, eben kein Zuckerschlecken ist. Auch im Lustschloss.

Wenn sich Kaufhauskonzerne in der Dresdner Innenstadt mächtig ausbreiten, dann geraten schon mal alte Sichtachsen in Bedrängnis oder unter neue Grundmauern. Das Objekt, das ich heute fotografieren sollte, ließ sich leider nicht mehr wie vom Auftraggeber gewollt ablichten, weil eben die Warenpräsentationsfläche immer größere Ausmaße annehmen muss. Da fragt man sich, wer das alles verkonsumieren soll. Na ja, so lange sich jemand findet, der die äußere Hülle so interessant findet, dass er sie ablichtet … Die Arbeiterklasse ficht das alles nicht an, sie marschiert beschwingt wie eh und je.

200905013kp0101.jpgWährend andere Orte maximal noch zwischen Altstadt und Neustadt unterscheiden, das Dorf meiner Kindertage, Kirchmöser, eingeteilt ist in Westen, Osten und Dorf, ist die Sache in Dresden etwas umfangreicher angelegt: Ortsteile über Ortsteile, kleine alte Ortskerne, alles versammelt und eingemeindet. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. Gute Hilfe, den selbigen wieder zu finden, bietet die Seite http://www.dresdner-stadtteile.de/. Mein Auftrag lautete, ein Objekt in Kaditz zu fotografieren. Dorthin hatte ich mich bisher noch nicht verlaufen. Aber dieser kleine historische, inzwischen sehr schön sanierte Dorfkern ist auf jeden Fall einen Abstecher wert.

Alles wird heutzutage schneller. Vor ein paar Jahren noch konnte man im Großen Garten zu Dresden gemütlich spazieren gehen, heute muss man flugs von einer Seite auf die andere springen, weil sich die vom Rinderwahn erfassten pedalierenden Zweiradfahrer offensicht alle in dieser Grünanlage versammelt haben. Da wird um die Ecken gebraust, was die Kette hergibt, da singt das Profil ein gar munter Liedchen, da juchzen überraschte Spaziergänger, dass es eine Lust ist. Es scheint, als ob die Jagd auf Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, freigegeben wurde. Von stiller Beschaulichkeit kann man da nicht so recht sprechen.

Der kleinteilig mit farbigen Mosaiken ausgelegte Brunnen, der von dieser Handwerksleistung seinen Namen ableitet, hat zwar in natura längst nicht mehr so ein farbenfrohes Aussehen, aber die kleinen Helferlein in meiner Rechenmaschine haben das Kolorieren ganz vortrefflich übernommen, so dass der Wasserspeier jetzt wieder in voller Pracht leuchten kann. Aber eben nur hier. Und später vielleicht noch in dem Druckerzeugnis, für das die Bilder erstellt wurden.

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20090211kp0202d.jpgKleines Bad – große Spiegel. Und die Kamera mitten drin. Schön, wenn sich unsereins mal fühlen darf wie Uri Geller und man die Knipse nach der Retusche nicht mehr sieht.

20090211kp0050.jpgKleine Zimmer und Bäder stellen immer eine Herausforderung dar. Es ist schwierig, in einem zwei mal zwei Meter großen Raum eine Dusche, eine Waschtischgarnitur, eine Toilettenschüssel, eine Kamera und einen Fotografen nebst Licht so unterzubringen, dass es a) überhaupt hinein passt und b) dann auch noch unsichtbar ist für die Spiegelflächen, die natürlich immer und überall sind. Eine wahrlich schweißtreibende Angelegenheit.